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Überraschungs-Ei 

Unterhaltsames  &  Nachdenkliches

    Texte  13  -  20    

13

 14 15 16 17 18 19 20

<..> = Verfasser,  * = Verfasser unbekannt,   ** = Verfasser: Gerhard Salger 

 

13


Oft im Leben begegnete ich einem,
der mir böse schien,
als ich aber näher zusah,
war er nur unglücklich.
                             <H. Lang>                                weiter

 

14


Wer nach den Sternen greift,
muss darauf achten,
dass die Füße fest auf der Erde bleiben.              *)
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15


Manch eine Idee verdirbt,
wenn sie zu lange im Kopf aufbewahrt wird.
                                                
  *)          weiter

 

16


Unser Leben ist von Zeichen umgeben,
die einen bemerken sie, die anderen nicht.     *)
         weiter

 

17


Wer immer nur sieht,
was ihm das Schicksal verweigert hat,
wird nie sehen, was es ihm schenkt.    *)
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18


HEUTE LEBEN

Heute werde ich versuchen, den Tag ganz bewusst zu leben und zu erleben, ohne 'alle' meine Probleme auf einmal lösen zu wollen.

Heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin - es in mir immer mehr zu verwirklichen - für mich selbst, für andere und auch für diese Welt. (Es stimmt, was Abraham Lincoln sagte, dass "die meisten Menschen so glücklich sind, wie sie sich entschließen, zu sein.")

Heute werde ich versuche, meinen Geist zu stabilisieren. Ich werde etwas Sinnvolles lernen (dazu-lernen), um kein geistiger Müßiggänger zu werden und etwas lesen, was mich zum Nachdenken anregt und meine Konzentration fördert.

Heute werde ich etwas Gutes tun, ohne es an die große Glocke zu hängen. Und ich werde ein oder zwei Dinge erledigen, zu denen ich eigentlich keine Lust habe - nur so.

Heute bin ich mit allem in Einklang. Ich bin aufmerksam und freundlich, beachte jeden, kritisiere niemanden. Auch strebe ich nicht danach, zu korrigieren oder zu verbessern - es sei denn mich selbst.

Heute sehe, höre, rieche, schmecke, fühle ich das Schöne. - Und ich lobe es, auch wenn es noch so klein ist.

Heute werde ich für Heute ein Programm machen. Es hilft mir, auch wenn ich es nicht exakt befolge. - Besonders der Hetze, der Hektik und der Unentschlossenheit werde ich dadurch vorbeugen, dass ich gelassen, klar und entschlossen meine Ziele verfolge und Schritt für Schritt verwirkliche.

Heute reserviere ich eine ruhige halbe Stunde nur für mich, um der Stille und der Ruhe in mir zu begegnen bzw. mir Gedanken darüber zu machen, wie ich meinem Leben eine noch bessere Perspektive geben und diese dann auch verwirklichen kann.

Heute mache ich mir einen Tages-Begleit-Satz, den ich immer wieder innerlich sage, der mit hilft und mich erinnert (z.B. Ich bin ruhig, weich, weit, offen, klar und kraftvoll! Ich lebe jetzt, in diesem Augenblick - bewusst und aufmerksam, geschützt und unterstützt!).

               
<frei nach 'Dekalog der Gelassenheit, Anregungen zur 
                    Meditation im Alltag' von Johannes XXIII (1881-1963)>  
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19


STUFEN

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andere, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen. Er will uns Stuf um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und getraulich eingewohnt, so droht Erschlaffen, nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegensenden, des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde.
                                    
<Hermann Hesse>                  weiter

 

20


"DU" und "DER KLEINE PRINZ"

Eines der kostbarsten Worte unserer Sprache ist das "Du".
Unbefangen und selbstverständlich erklingt es, solange wir noch in der Welt der Allverbundenheit leben. Zum wertvollen Geschenk wird es, wenn wir eines Tages mit einem vertrauter gewordenen Menschen die Schwelle vom distanzierten "Sie" zum urverwandtschaftlichen "Du" überschreiten.
Ich und Du erschaffen das Urpaar der Welt, das "Wir", aus dem alle lebendigen Beziehungen hervorgehen.

Kinder leben vom Herzen her mit Mensch und Tier, mit der Natur, mit ihren Spielsachen und den allerkleinsten Dingen im vertrauten "Du".

Der Erwachsene hat sich aus dieser Verbundenheit mit den Dingen herausgelöst. Die Gegenstände seines Alltags, derer er sich ständig und fast gedankenlos bedient, sind nicht in sein Liebe eingeschlossen. Er hat auch meist kein Gefühl mehr dafür, dass diese treuen Diener für seine Annehmlichkeiten, ebenso wie Mensch und Tier, seiner achtsamen Hinwendung bedürfen..
Sie müssen erst dann und wann aufmucken, indem sie uns aus der Hand gleiten, uns verletzen oder gar spurlos verschwinden, um zu zwingen, uns für Stunden oder Tage mit ihnen zu beschäftigen.

Unserem Herzen bedeutend näher stehen alle Dinge, die mit Kunst zu tun haben. Musik, Bilder und Bücher haben die Macht des uns Anrufens. Ihre Rufe können wir empfangen und ihnen mit nachtwandlerischer Sicherheit auch gehorchen. Es kann Ihnen auch sicher vorkommen, dass Sie unvermittelt, wie von magischer Hand geführt, auf ein ganz bestimmtes Buch zugehen, es irgendwo aufschlagen und Ihr Blick dann auf eine für Sie gerade an diesem Tag bedeutsame Botschaft fällt.

So zog vor ein paar Tagen das Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint Exupéry fast befehlende meine Aufmerksamkeit auf sich und auf die Begegnung des kleinen Prinzen mit dem Fuchs.
Es sollte wohl eine besondere Botschaft sein, denn diese Episode ist eine ausgesprochene "Du"-Geschichte.

Sie kennen wohl auch das von geheimnisvollem Zauber durchwobene Buch und besitzen es vielleicht selbst. Sicher enthält es auch für Sie besondere Botschaften.

Ich möchte im Folgenden versuchen, das Wesentliche der Geschichte mit dem Fuchs wiederzugeben.

Um einer schönen, aber eitlen und stolzen Rose willen, die der kleine Prinz auf seinem winzigen Planeten im Weltall inniglich liebt und umsorgt, die ihm dafür jedoch eher die kalte Schulter zeigt, verlässt er für eine Zeitlang seinen Planeten und gelangt schließlich auf seiner Reise durch die Welt auch auf den Planeten Erde. Denn er sucht Menschen, Wärme, Liebe.

Auf der Erde erlebt er seinen ersten großen Schock, als er in einem Rosengarten Tausende von Rosen, die all aufs Haar der seinen gleichen, entdeckt. Dabei hatte ihm seine Rose erzählt, sie sei einzigartig auf dieser Welt, es gäbe nichts ihresgleichen.

Der kleine Prinz ist tief im Herzen getroffen. Auf einmal ist seine Rose nichts Besonderes mehr. Sie ist nur noch eine gewöhnliche Rose unter Tausenden von gleichen.

In seinem Kummer trifft er auf den Fuchs, bei dem er Trost sucht. Doch der Fuchs erklärt ihm, dass er sich dem kleinen Prinzen nicht zuwenden könne, solange er nicht von ihm "gezähmt" sei. Auf die Frage des kleinen Prinzen, was "zähmen" bedeute, sagt der Fuchs, dies heiße: "Sich miteinander vertraut machen, sich dem anderen schenken."

"Du bist für mich nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht" sagt der Fuchs. "Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht.
Aber wenn du mich mit dir vertraut machst, wenn wir "Du"-Freunde werden, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in dieser Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt."

Der kleine Prinz möchte sich gerne mit dem Fuchs vertraut machen, denn sie beide sind einsam und suchen Liebe. Da er nicht weiß, wie man das macht, schildert ihm der Fuchs, wie er sich das vorstellt.

Wichtig ist, dass sie Geduld haben; dass sie erst einmal lernen, miteinander zu schweigen, weil das Reden meist zu Missverständnissen führt. Dann werden sie bei jedem Wiedersehen, auf das sie mit Sorge und Aufregung warten, die Erfahrung machen, dass alles Glück seinen Preis hat. Aber sie werden von nun an auch erleben, wie alle Dinge, in die ihre Vertrautwerdung eingebettet sind, zu lebenslangen Brücken zueinander werden.
Das Weizenfeld, dem der Fuchs bisher keine Bedeutung zumaß, wird von nun an ihn immer an das weizenblonde Haar des kleinen Prinzen erinnern. Und im Rauschen des Windes im Getreide kann er zeitlebens die Stimme des Freundes wiederfinden ... .

Im Laufe der nächsten Tage begründen und vollziehen der Fuchs und der kleine Prinz ihre "Du"-Freundschaft. Der kleine Prinz ist dabei um eine Einsicht reicher geworden. Seine Rose ist doch einzigartig für ihn, denn er hat sie versorgt, hat sie geschützt und 'ihm' galten ihre Klagen und eitlen Reden, aber auch manchmal ihr Schweigen. Sie braucht ihn, und er braucht sie.

Zum Abschied gibt der Fuchs dem kleinen Prinzen ein Geheimnis mit auf den Weg. Er sagt "Mein Geheimnis ist ganz einfach. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar ... !"

"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar .. " wiederholt der kleine Prinz, um es sich zu merken. 
"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so bedeutungsvoll für dich", fährt der Fuchs fort. "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du zum 'Du' gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich .. !

"Ich bin für meine Rose verantwortlich". wiederholt der kleine Prinz und beschließt die Rückkehr auf seinen Planeten.

Der in der Wüste notgelandete Flieger, dem der kleine Prinz von der Begegnung mit dem Fuchs erzählt hat, betrachtet unter dem nächtlichen Himmel im Mondlicht den in seinen Armen eingeschlafenen Knaben, diese blasse Stirn, diese geschlossenen Augen, diese im Wind zitternde Haarsträhne. Und er sagt zu sich: "Was mich an diesem schlafenden Prinzen so sehr rührt, ist seine Treue zu seiner Blume, ist das Bild einer Rose, das ihn durchstrahlt wie die Flamme einer Lampe ... . Doch was ich mit den Augen sehen kann ist nur eine Hülle. Das Wesentliche ist unsichtbar .. !"


Während ich über diesem Text sinniere und ihn niederschreibe, läutet mein Telefon. Ich hebe ab und eine zarte Kinderstimme sagt ohne Einleitung: "Kannst du mich brauchen?"
Ein mir unbekannter dreieinhalbjähriger 'Florian' hatte sich in der Nummer geirrt. - Der kleine Prinz hatte sich zum zweitenmal gemeldet.

Bitte schließen auch Sie den kleinen Prinzen und seine einfachen Wahrheiten nicht nur an einigen wenigen und besonderen Tagen, sondern an allen Tagen des Jahres, die alle unserer Liebe bedürfen, in Ihr Herz ein.
                               
<Leonore Stapenhorst, Weihnachtsbrief an Freunde> 

 

 

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