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Partnerschaft 

Wie geht das ? - 32
 

Ich hatte einen Traum ... 

(Urfassung)

 

Es lebte einmal ein König in seinem Land - und es war ein gutes Land. Weit, hügelig, mit vielen kleinen Dörfern, frei herumlaufenden Tieren, Feldern, Wäldern, Flüssen, vielen Blumen und vielen lachenden Menschen. Und noch etwas besonderes hatte dieses Land – viele, viele Spielplätze , auf denen alle, Kinder und Erwachsene zusammen spielten, tobten, lachten und sich vergnügten. 

Der König hatte einen Sohn, der hieß Ennah.
Ennah traute sich nicht, die Spielplätze zu benützen. Wenn er nur einen Spielplatz aus der Ferne sah, sah er einen wogenden Nebel, aus dem feuerspeiende Drachen aufstiegen, beängstigende und bizarre Riesen sich auf ihn zuzubewegen begannen.
Nur ein Blick genügte und der Schreck durchfuhr Ennahs Glieder, so dass er sich umwandte und flüchtete in seinen Raum im Schloss.
Dort hatte er einen Ball, der war sein Freund und ihm vertraut - und mit ihm spielte er immer - Ball.

Der König war deshalb sehr besorgt. Er ließ im Lande verkünden, wer helfen könne, solle sich doch melden.

Viele wollten helfen und waren gekommen - auch Ärzte und Apotheker, Wissenschaftler und Professoren -und waren unverrichteter Dinge auch wieder gegangen.

Nach einiger Zeit kam die Nachricht des Königs auch einem alten Schäfer zu Ohren, der versteckt zwischen Bergen und Bäumen lebte.
Man sagte von ihm, er sei eigen und schrullig, weil er mit den Bäumen redete - und die Blumen streichelte und Steine betastete und sie dann behutsam wieder ablegte; er redete auch mit dem Wind und lächelte der Sonne zu.
Er war, wenn man ihn aus der Ferne beobachtete, alleine, es waren keine anderen Menschen da – und doch war er umgeben von lieben Freunden, eingebettet in Miteinander und Füreinander, in Stützen und Gestützt-werden - eigenartig.
Und er war immer heiter und hatte auch immer ein liebes und aufmunterndes Wort für jeden, der ihm begegnete.

Dieser Schäfer nun hörte vom Aufruf des Königs - man vermutete, er habe die Botschaft von den Vögeln, weil - woher sollte er es sonst gehört haben?

Und so ging er also zum Schloss - und wurde zu Ennah, dem Sohn des Königs geführt.

Er erzählte von seinen Schafen, den Bergen und den Bäumen, dem Wind und der Sonne und vieles, was ihn bewegte.
Und Ennah erzählte vom Schloss, von den Menschen, von seinem Raum und von seinem Spielgefährten, dem Ball. Und, dass es ihm eigentlich recht gut gehe und er zufrieden sei, so wie's ist. -
Nur - manchmal, erzählte er weiter, "wenn ich aus dem Schloss herausgehe und in die Nähe eines der vielen Spielplätze komme, dann packen mich Angst und Schrecken und ich muss zurück ins Schloss."

Wenn die Drachen und Riesen und die Gespenster von den Spielplätzen verscheucht werden könnten, das wäre schön - dann könnte er vielleicht auch dort mal spielen - mit seinem Ball - sagte Ennah noch, etwas leiser - und zögernd.

Und dann erzählte der Schäfer von den Schutzgeistern. -
Davon hatte Ennah noch nie gehört.
Der Schäfer lächelte und sagte: "und trotzdem hast auch du sie!"

 
Und er fuhr fort:

"Einer ist an deiner rechten Seite und
 einer ist an deiner linken Seite.
 Einer ist hinter dir und
 zwei sind vor dir.
 Einer ist unter deinen Füßen und
 einer ist über deinem Kopf -

und sie sorgen dafür, dass du dich nicht verletzt und auch nicht verletzt wirst, sie schicken dir gute Gedanken und gute Ideen - und sie sind dir zugetan und sehr um dich bemüht.

Sie sind immer für dich da,
besonders, wenn du sie rufst, mit ihnen in Kontakt bist, ihr Dasein spürst."

"Ja - und wenn nicht - was ist dann?" fragte Ennah. "Ich habe schon gemerkt, dass mir hier oder dort - wie durch ein Wunder - was gelungen ist, oder ich gerettet wurde und nicht wusste wie. Aber dass da meine Schutzgeister da sein könnten, davon habe ich nichts gewusst."

"Sie sind auch dann da," sagte der Schäfer, "wenn du nichts von ihnen weißt und dich nicht um sie kümmerst. Nur dann kann es hin und wieder passieren, weil du mit ihnen ja nicht sprichst, mit ihnen dich nicht im Kontakt fühlst, dass mal der eine, mal der andere einen Ausflug macht oder auch zum Spaß zu einem anderen Menschen geht, wo er gerade gebraucht wird. Schutzgeister, die nicht gebraucht werden, langweilen sich nämlich manchmal. Na ja, und wenn so ein Schutzgeist gerade mal einen kleinen Ausflug gemacht hat und in diesem Moment strauchelst du - und er ist nicht da, um dir, wie ein Wunder die Kraft zu geben, dich wieder zu fangen - was passiert? Du fällst und holst dir vielleicht ein leichtes Wehtun oder auch einen größeren Schmerz, der dich noch lange plagt."

"Ja, ja", sagte Ennah    - "jetzt verstehe ich - da hatte ich damals . . . . " und er erzählte viele Geschichten, die ihm passiert waren und die er plötzlich ganz anders verstehen konnte. Und er freute sich, seine Schutzgeister um sich zu wissen.

"Nun -", schlug der Schäfer vor, - "du könntest deine Schutzgeister bitten, dir zu helfen, wegen der Angst, die dir die Spielplätze machen, mit ihren Drachen und bösen Geistern."

"Ich will es überlegen." - sagte der Königssohn.

Nach einiger Zeit erhielt Ennah Besuch von einem gleichaltrigen Jungen - und dieser schwärmte ganz begeistert von dem Spielplatz an der großen, alten Eiche.
Und Ennah wurde eng ums Herz, als er nur daran dachte - und schon war er auf dem Weg zu seinem Raum, um dort mit seinem Ball zu spielen.
Da dachte er an den Schäfer, machte kehrt und ging zu ihm. "Willst du mir helfen?", fragte er zögernd und spürte dabei sein Herz ängstlich klopfen.

"Ja - ich will dir gerne helfen." - sagte der Schäfer und lächelte ihm freundlich zu.

"Und was soll ich machen?"

"Frage deine Schutzgeister", sagte der Schäfer, "ob sie mit dir sprechen wollen - und frage mit deinem Herzen!"

Und Ennah fragte mit seinem Herzen.
 "Wollt ihr, meine Schutzgeister mit mir reden?"
Und plötzlich spürte er die Antwort in sich aufsteigen:
" Du bist geschützt l "
" Ich bin geschützt ! "
wiederholte Ennah laut - und spürte die seinen Körper durchflutende Wärme.

"Frag sie", sagte der Schäfer, "ob sie dir helfen können, damit du vor den draußen liegenden Spielplätzen nicht immer wegrennen musst."

Und der Königssohn fragte mit seinem Herzen - und spürte nach einer Weile die Antwort in sich aufsteigen:
" Du bist wichtig und du gehörst mit dazu l "
" Ich bin wichtig und ich gehöre mit dazu ! " 
wiederholt Ennah. Gleichzeitig schaute er den Schäfer fragend an. -

Und der Schäfer sagte zu ihm: "Wiederhole die gleiche Frage - mit deinem Herzen - immer wieder."

Und Ennah wiederholte die Frage - mit seinem Herzen - und nach einer Weile spürte er wieder eine Antwort aufsteigen:
" Du bist richtig l "
" Ich bin richtig ! "
wiederholte er laut - und er spürt zwar das gute Gefühl, das die Antwort begleitet hatte, aber - seine Stirne war gerunzelt, seine Augen blickten ärgerlich und nur mit mühsam beherrschter Stimme fragte er den Schäfer ungeduldig: "Was soll das, ich habe wegen der Spielplätze gefragt - ich verstehe das nicht!"

Der Schäfer lächelte und sagte:

" Manches verstehen wir nicht - und doch ist es wichtig - 
  und manches verstehen wir nicht - und doch ist es richtig ! 
  Hab' Vertrauen !

Nimm die Antwort - und bedanke dich dafür - auch wenn du sie nicht verstehst. Und dann wiederhole deine Frage - mit deinem Herzen. "

Ennah war anzusehen, dass er zögerte und zweifelte.
Doch dann atmete er tief durch, richtete sich auf und entschloss sich, zu vertrauen.

Er bedankte sich für die Antwort und stellte erneut seine Frage - mit dem Herzen. - Und nach einer Weile spürte er die Antwort in sich aufsteigen:
" Du bist neugierig - du gehst spielen und ausprobieren ! "
" Ich bin neugierig - ich gehe spielen und ausprobieren ! " 
wiederholte Ennah laut und wie von selbst.

"Schön!", sagte der Schäfer, "ich komme mit!"

Ganz erstaunt schaute ihn Ennah an und wiederholte langsam:
"Ich bin neugierig - ich gehe spielen und ausprobieren!"
und allmählich begriff er, was er gerade gesagt hatte. Über sein Gesicht breitete sich ein Lachen aus, seine Augen begannen zu funkeln und der zappelnde Junge wiederholte mit lachender Stimme und aufforderndem Ton:
" Ich bin neugierig - ich gehe spielen und ausprobieren ! "

Sie rannten hinaus - zu dem Spielplatz an der großen alten Eiche.
Als sie näher kamen, war es dem Königssohn einen Moment lang so, als würden wieder Nebel aufziehen, mit den daraus hervorstierenden Ungetümen. Da dachte er an seine Schutzgeister - und er spürte sie - und es war ihm, als würden sie ihn an der Hand nehmen und ihn führen, ihn stützen und ihn tragen - und er hörte sich sagen:

" Ich bin geschützt !
Ich bin wichtig und ich gehöre mit dazu !
Ich bin richtig !
Ich bin neugierig - und ich gehe spielen und ausprobieren ! "

Und er rannte auf den Spielplatz - mit Sand und Schaukeln und Wippen und einem Kletterturm und anderen neuen Sachen, die er alle noch nicht kannte -
und die er jetzt alleine und mit anderen zusammen ausprobieren, damit spielen konnte.
 

Und nach und nach entdeckte er immer mehr Spielplätze, immer neue Spiele und Quellen von Freude und Lachen.

Gerne kehrte er auch immer wieder zurück in seinen Raum im Schloss. 
Der war bunt geworden und der Ball hatte viele neue Freunde bekommen: Klänge schwebten in der Luft, interessante Spielsachen - viele selbst gemacht - bewohnten die Regale und helles Lachen erfüllte den Raum und das Schloss.

 

vorgestellt ab  10.05.13  (10,08)     Wohl die meisten von uns lernen als Kinder, Jugendliche und junge Menschen in Elternhaus, Schule und Gemeinschaften nur einen kleinen Teil ihres eigenen Potentials (Fähigkeiten, Anlagen und Neigungen) kennen.  Nach und nach entstehen ganz eigene, persönliche Defizite. Denn ein Leben will in seiner Gänze entfaltet und aus 'dieser' Fülle (das ist bei weitem nicht nur Geld, Besitz, Macht und gesellschaftliche Anerkennung) gelebt werden - in spürbarer Verbindung von Innen und Außen - und im Gleichgewicht. - Mit viel Freude und Lachen von Herzen! 

siehe auch:    ALLTAG / Ich...        http://www.alltagalschance.de/

                    MOSAIK / Visionen 

 

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