Beziehung, Partnerschaft, Ehe, Familie, Schule und Erziehung   -   Gesundheit, Krankheit, Schmerzen und Krisen   -   Liebe, Konflikte, Versöhnung und Einigung   -   Arbeit und Freizeit   -   Spiritualität, Sinn, Suche und Wege  -   hier:  17Krisen-Forum
 

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Krisen-Forum 

Stopp! - Bitte Halt!

 

Text


Deshalb:

Krisen-Forum

 

Text

Markante Textstellen:

Krisen-Forum - Zu was? 
  Ich brauche ...  
 
Krisen-Forum - Ablauf 
  1. Stopp 
  2. Zeit vereinbaren 
  3. Auseinander 
  4. Für Freude sorgen 

  5. Wiederkäuen 
  6. Krisen-Forum  -  1.Teil 
      Krisen-Forum  -  2.Teil 

  7. Nachbereitung vereinbaren 
  8. Wieder Alltag 
  9. Wiederkäuen 
 10. Nachbereitung 
      Ja / Nein ? 

      Beispiel 
      1.Variante (eigene Mögl.)
      2.Variante (Du-Mögl.) 
      3.Variante (Wenn.., dann..)
      4.Variante (Beide, 1.+2.)
 11. Gegenseitig bedanken! 
 
Krisen-Forum - Kurzfassung

 
  

"Krisen-Forum" - oh Gott! 
Da fällt mir ein, dass es zwischen zwei Menschen, die sich noch dazu mögen, genauso zugehen kann, wie zwischen Staaten, zwischen verschiedenen Gruppierungen oder verschiedenen Lagern: Konflikte - Meinungsverschiedenheiten - Krach - Stunk - Ärger - Zoff - Scheißsituationen. - Wieso eigentlich? - Wieso? - Wieso?

Wieso ? - Ja, weil einer den anderen nicht VERSTEHT.

Na - bitte! - Wer glaubt denn so was?
Wir haben doch die "Sprache". Um uns verständlich zu machen, haben wir doch unseren Mund. -?-

Tja - und dieser Glaube ist ein Irrglaube!

Erklär' das bitte genauer! Wenn du das so sagst, hast du sicherlich Gründe! 

Ja. - Wie kann ich mich da verständlich machen? Also: Mit Sprache (Worten) möchtest du eine BOTSCHAFT von dir zu einem anderen transportieren.

Jjjjaaahh - ? - ?

Zwischenfrage:  Wenn es dir besonders gut geht, du dich total glücklich fühlst - so rund rum super - wie bist du da, was tust du da ?

Ha! - Ich tanze wie wild im Zimmer herum - und gestikuliere - und schreie - und die Arme baumeln - und der Kopf baumelt. Ha! - Das ist einfach toll! 

Prima Gefühl !?

Und ob !

Und wenn ich dich da anrufen und dich fragen würde, wie's dir geht - wie würdest du das dann beschreiben ? 

Na - ich würde sagen: "Ich könnte schreien!" 

Und ich würde diese Worte hören und mir vorstellen: "Oh - dir muss es aber schlecht gehen, wenn du sogar schon schreien musst." Weil ich verwende "schreien" nur für ungute Gefühle - wie Ärger, Not, Frust, Wut usw.  Ich schreie, wenn ich wütend und ärgerlich bin. Und zu dir würde ich jetzt vielleicht sagen: "Oh, du armes Würstchen - was ist denn los ?"

Da würde ich aber stinksauer reagieren. - Die ganze gute Laune wäre im Eimer. Aber ich merke schon, dass das aneinander vorbei läuft. - Wieso eigentlich? - Ich bin ziemlich ratlos. Es gibt doch VERSTÄNDIGUNG und VERSTEHEN? - Wieso funktioniert das hier nicht??

Verständigung und  Verstehen passieren mit den Ohren, mit den Augen und dem Gefühl!

Und was ist mit der Sprache, mit den Worten? 

Worte sind "Transportmittel"  (und die Sprache besteht aus Worten). Stell dir vor, zwischen dir und mir ist eine Spielzeug-Eisenbahn-Anlage installiert. Damit kann ich Sachen zu dir hinüber schicken - und du kannst Sachen zu mir herüber schicken. - Und transportiert werden die Sachen in kleinen Güterwagons, ganz ganz vielen verschiedenen - verschiedene Farben und verschiedene Längen und verschiedene Höhen und verschiedenen Formen. 
Und diese ganz vielen und verschiedenen Güterwagons sind in der Sprache die Worte.

Güterwagons und Worte - komisch - ich sehe da keinen Zusammenhang. - Mit einem Güterwagon werden Güter transportiert, da sind irgendwelche Waren eingepackt. Worte sind Worte! - Klar! - Da weiß ich, was der andere mein! - Da ist doch nichts eingepackt !?

Es sind auch Worte, wenn du sagst "Ich könnte schreien!" Was steckt denn da alles drinnen?

Ja, ja - das stimmt schon. - Hm!
Ja - in "Ich könnte schreien!", da stecken für mich drin: "Lebensfreude, Glücksgefühle, Lust, Leichtigkeit, Beweglichkeit - tja - mir geht's einfach super!"

Wenn du sagst "Ich könnte schreien" - ist es dann immer diese Botschaft, Ausdruck für diese Lebensgefühle? 

Aber nein - wenn ich wütend oder ärgerlich bin, dann kann ich schon auch ganz schön schreien!

"Schreien"  -  und was ist es nun:  Glück  oder Ärger -  oder irgendwo dazwischen ?

 Wau - hab' schon verstanden. Mach' weiter - jetzt wird's spannend!

Da kommt von dir zu mir ein kleiner, roter Güterwagon (das Wort: "schreien") und weil ich in solch einen Güterwagon meine Wut und meinen Ärger als Botschaft einpacke, sehe ich deinen Wagon (höre ich dein Wort) und meine, dass da das drinnen sein muss, was ich da üblicherweise reinpacke. Ich weiß es aber natürlich nicht, weil ich deinen Wagon bequemehrweise erst gar nicht genauer angeschaut bzw. ausgepackt habe.

Das ist kompliziert. Soviel verstehe ich, dass ich ein Wort benütze - und du benützt das gleiche Wort - und die Botschaft, das, was jeder von uns damit ausdrücken will, jetzt gerade, kann total verschieden sein.

Genau! Das Wort ist wie ein Güterwagon, es ist ein Transportmittel. Und interessieren tut mich nicht der rote Güterwagon, sondern die Ware, die er geladen hat.

Hört, hört - und beim Wort interessiert dann nicht das Wort (seine lexikalische Bedeutung), sondern das, was es geladen hat, nämlich die "persönliche" BOTSCHAFT! -?-   Ist es so?

So hart will ich es nicht sagen, dass das Wort selbst nicht interessieren würde. Das Wort gibt eine grobe Richtung an. - Ich kann also "vermuten", welche Art von BOTSCHAFT darin enthalten sein könnte. Wenn ich nur das  Wort habe, weiß ich allerdings nur sehr wenig, eben nur die Richtung. Ich weiß aber "nichts" von der "persönlichen" BOTSCHAFT (Bedeutung) des anderen!

Ich habe verstanden! - Ich sehe dann nur den Güterwagon (höre das Wort), ich weiß allerdings nichts Konkretes vom speziellen Inhalt (von der persönlichen Botschaft). - 
Ganz schön stark! - Und wie komme ich jetzt an den Inhalt, an die persönliche BOTSCHAFT?

Ich brauche mein HÖREN  - um, abgesehen vom Wort, die Farbe, die Tonlage, die Lautstärke, die Melodie deiner Stimme usw. wahrzunehmen.
Ich brauche mein SEHEN  - um den Ausdruck deines Körpers wahrzunehmen (z.B. tanzen, hüpfen, gestikulieren, Kopf schwingen  lassen, Gesichtsausdruck usw.) . 
Und ich brauche mein FÜHLEN  - dann schicke ich alle Außeninformationen von HÖREN und SEHEN nach Innen, zum GEFÜHL, um sie dort verarbeiten (verstehen) zu lassen. 

Worte 
  
+ HÖREN (Stimme) 
        
+ SEHEN (Körperausdruck) 

              + 
GEFÜHL, das dazu in mir parallel entsteht 
                     
(Resonanz-Gefühl - sich  einfühlen oder nachfühlen) 

   = 
"Beginn" von VERSTEHEN.

Und  VERSTEHEN heißt, die BOTSCHAFT entschlüsseln (den Inhalt auspacken), so, wie sie vom anderen gemeint ist - jetzt!
Vielleicht brauche ich auch noch Zusatzinformationen von dir (z.B. Gefühle), um dich verstehen zu können, dann muss ich eben nachfragen.

Ganz schön schwierig!

Es hört sich so an - weil es auch ungewohnt - und auch ungeübt ist.
Üblicherweise bleiben wir an dem Punkt stehen, wo wir einen roten Güterwagon sehen (ein bestimmtes Wort hören). Dann verstehen (????) wir als Botschaft das, was wir "selbst" normalerweise in einen solchen Güterwagon hineinpacken (schreien = Ärger und Wut). 
Tatsächlich haben wir so "vom anderen", der "seinen" Güterwagon geschickt hat (Sprache, Worte etc.) nichts, wirklich nichts VERSTANDEN.
Wir haben so nur das EIGENE innerlich wiederholt - und nur darauf reagieren wir dann auch.

Ja, ja - ich habe das jetzt schon verstanden!
Es geht ums VERSTEHEN! - Und das braucht Aufmerksamkeit, Interesse, Respekt und das Wissen, dass Sprache / Worte nur Transportmittel von Persönlichem sind.
Die wirkliche BOTSCHAFT kann ich nur VERSTEHEN, wenn ich zusätzlich den anderen 'höre' (Stimme), wenn ich zusätzlich den anderen 'sehe' (Körperausdruck) und wenn ich zusätzlich dem anderen mit dem Gefühl folgen, "seinen" Inhalt 'nach-fühlen' kann (Resonanz-Gefühl).
Und möglicherweise muss ich auch noch nachfragen.

Und wenn ein Teil fehlt, so wie am Telefon das Sehen, dann muss er durch entsprechende Beschreibung ersetzt werden (z.B. Ich könnte schreien und vor Freude durch das Zimmer hüpfen, ich fühle mich weich und beweglich - und  ganz super). Ja - so wird VERSTEHEN möglich!

Und die Wirklichkeit?

In den meisten Fällen reagieren wir auf "eigene  Vorstellungen" und NICHT auf Verstehen. Weil - der andere hat eben andere Sicht- und Erlebnisweisen, hat andere Erfahrungen und eine andere Lebensgeschichte. Das macht "ihn" ja aus  - dieses Von-mir-verschieden-sein. 
VERSTEHEN verlangt aufmerksames, konzentriertes und zugewendetes "Zuhören". Das ist anstrengend. 
Bequemer und leichter ist es - und darin liegt die Versuchung - einfach zu sagen "Ich verstehe dich!", was dann in Wirklich meistens nur bedeutet "Ich verstehe mich!" (meine Vorstellungen dazu).
Und in  diesem  Verhalten steckt dann indirekt auch noch folgende Ergänzungsbotschaft:
"... - und es ist mir viel zu anstrengend, 'deine' wirkliche Wirklichkeit, 'deine' wirkliche Botschaft herauszufinden, 'dich' wirklich zu verstehen!"

Womit Missverständnisse, Krach, Konflikte, Stunk, Ärger, Zoff usw. ja geradezu vorprogrammiert sind.

Genau! - Viel davon wäre mit mehr Aufmerksamkeit und Bewusstheit vermeidbar! Doch auch bei großer Achtsamkeit lassen sich Beziehungstrübungen (Missverständnisse, Krach, Ärger, Ausrutscher usw.) nie ganz vermeiden, weil wir alle - Gott sei Dank - im Gegensatz zum Computer - Fehler machen dürfen (und damit haben wir auch die Möglichkeit, lebendig und beweglich zu sein, zu erkennen, zu wachsen und uns zu verändern)!

Ein Leben, in dem keine Fehler passieren dürfen - das wäre ja "un-menschlich", maschinen-like. - Brrrrr..!!!

Und "langweilig" - und "monoton". - Ein guter Weg ist es, vermeidbare Beziehungstrübungen zu vermeiden - dafür alles zu  tun - und unvermeidbare bzw. tatsächlich passierte Beziehungstrübungen schnell, positiv und fruchtbar aufzulösen.

Und wie könnte das gehen?

Eine Möglichkeit dazu bietet das KRISEN-FORUM.

Und welche Idee steckt da dahinter?

Dass im Gespräch plötzlich der eine was versteht (?), was der andere ganz anderes gemeint hat. Er fühlt sich verletzt - schlägt zurück - und jetzt fühlt sich auch der andere verletzt. - STREIT!

Jeder fühlt sich also "aus der eigenen Sicht" verletzt - und jeder hat es dabei "aus der eigenen Sicht" so gut gemacht, wie er es in diesem Moment nur konnte!

Genau! - Und keiner verletzt den anderen mit Absicht - oder aus Jux und Tollerei! Es geht also um eine bewusste Beendigung, um ein Aussteigen aus diesem gegenseitigen Verletzen, aus diesem gegenseitigen Recht haben wollen. 'Der andere hat genauso Recht aus seiner Sicht, wie ich Recht habe aus meiner Sicht - er ist genauso verletzt, wie ich verletzt bin. - Er hat sich genauso gewehrt, wie ich mich gewehrt habe!' Das sind die Ausgangsüberlegungen - und die gilt es jetzt zu überprüfen durch VERSTEHEN.

Und dazu bietet das KONFLIKT-FORUM eine Möglichkeit, einen Rahmen, ein Ritual an?

Ja! - Jeder darf (symbolisch) auf die Bühne steigen, auf das FORUM und dem Publikum erzählen, wie es ihm ergangen ist, darf es ganz ausdrucksstark "darstellen" mit Worten, Stimme, Bewegung und Gefühlen - von dem Punkt an, wo's noch gut war, bis zu dem Punkt, wo's dann wieder gut ist.
Und der andere ist "Publikum" - darf sich ein-fühlen, mit-erleben, sich ganz mitnehmen-lassen in das Erleben auf der Bühne,
in das Erleben des Erzählenden. Darf VERSTEHEN!

Weil - "miteinander-in-Verbindung-sein" braucht VERSTEHEN!

Ja, "Miteinander-in-Verbindung-sein" braucht VERSTEHEN!

 

 

 

Forum-links

Forum-rechts

K r i s e n - F o r u m

 

 1. Derjenige, der in einem Streit / Konflikt / Krach etc. merkt, dass nur noch gegenseitige Vorwürfe gemacht werden, also nicht verstanden, sondern " verletzt " wird, bittet um 
                        "
S T O P P ! "
und einen Versuch zur fruchtbaren Konfliktauflösung mit dem
             "
KRISEN-FORUM".
 
 2. Beide vereinbaren Tag und Uhrzeit für das KRISEN-FORUM (möglichst den folgenden Tag). 
Zeitbedarf: ca. 2 x 30 Min. + 10 Min. Pause.

Gut ist es, das KRISEN-FORUM zu einem "wichtigen Inhalt" zu erklären, der weder durch andere Angebote gestört, noch zeitlich unter Druck gesetzt, noch inhaltlich überlagert werden kann.
>Es ist für "uns zwei" ! - Gibt es im Moment Wichtigeres ?<
 
 3. Auseinander!
Jeder für sich nun etwas tun, was ihm gut tut und Freude macht. Alleine!
Gut ist Bewegung an frischer Luft. - Mindestens 1/2 Stunde lang.
Nun können sich die Wellen der Erregung allmählich beruhigen - jetzt dürfen auch die aufgestauten Spannungen losgelassen werden, mit dem Ausatmen heraus fließen.
Eine Lösung ist "in Sicht"! - Der Termin steht! - Beide wollen!
 
 4. Zum Alltag übergehen. - 
Das Streit-Thema bleibt bis zum vereinbarten Zeitpunkt des Krisen-Forums TABU! 
Und es könnte sein, dass da schon wieder der Gedanke aufblitzt: "Es gibt noch so viele, schöne und beglückende Berührungspunkte - und es gibt auch:  >Ich mag dich sehr! - Ja, ich mag dich einfach!< - Schön, dass es dich gibt (trotz Stunk)! - Eigentlich könnten wir wieder mal gemeinsam zum Lachen gehen - vielleicht in eine Komödie - oder in den Zirkus - oder ins Kino. - Wie wär's damit? Sozusagen als heitere Zwischenmusik."
Na? - Blitzt schon so ein Gedanke?
 
 5. Wiederkäuen  -   ständig!
Was ist passiert?  Wie ist es passiert?  Welche Gefühle sind entstanden, welche Eindrücke?  Was habe ich gesehen - gehört - gedacht - gefühlt 
Immer wieder die Streitsituation aufsuchen und wie einen Film betrachten, von dem Punkt an,  wo es noch gut war - bis zu dem Punkt, wo es dann wieder gut ist (und wenn es jetzt noch nicht gut  ist, dann eben bis "jetzt"): Innerlich die eigenen Reaktionen bewusst machen,  den Gefühlen nach-spüren, nach-gehen. Die   Frage beantworten:  "Und was bedeuten für mich diese Gefühle?" - Spüren!  (z.B. Angst - könnte auch bedeuten:  Ich fühle mich  alleine gelassen und einsam!  Wut - könnte auch bedeuten:  Ich fühle mich nicht angenommen, nicht verstanden!  usw.)
Welche "gefühlsmäßige" Bedeutung haben für mich verwendete Worte, die sich als kritisch erwiesen haben?
Nur die "eigenen   Gefühle", die "eigenen Reaktionen",  das "eigene Verletzt-fühlen" wiederkäuen - so lange, bis das eigene Verhalten (die eigene Reaktion) verstanden und damit klar ist. "Dann" kann das auch dem anderen verständlich gemacht (er-klärt) werden. 
 
 6.

 Krisen-Forum - 1.Teil
 

E

einer (E) erzählt 
    (bis max. ca.30 Min.)
 
der andere (Z) hört und 
    sieht zu,
spürt in Resonanz -
 
        VERSTEHT !

Es geht nur um das "VERSTEHEN" - also darum, nachvollziehen zu können, was in jenem Moment (Streit) im Inneren des Erzählenden abgelaufen ist. Dabei ist es völlig unwichtig, ob das was und wie es der Erzählende gemacht hat, 'richtig oder falsch', 'gut oder schlecht', 'Schuld oder Nicht-Schuld' etc. bedeuten kann. 
VERSTEHEN- nur darum geht es!
Wer dran ist erzählt also, wie es "ihm" ergangen ist, von dem Punkt an, wo es noch gut war, bis zu dem Punkt, wo es dann wieder gut war. Gefühle? Wann sind sie entstanden - welche - wodurch? Welche Bedeutung haben wichtige Schlüsselworte "gefühlsmäßig" (nicht lexikal)? Was bedeuten diese Gefühle (z.B. Wut) in diesem Moment für mich? Und bitte:
Ich stehe (oder sitze / wie es halt passt) auf der Bühne, auf dem Forum und ich erzähle meinem Publikum. So genau, so farbig, so bewegt, so gefühlsintensiv wie möglich. Nur so kann das Publikum (der Zuhörende) mit-gehen, mit-fühlen, vielleicht sogar mit-gerissen   werden. - VERSTEHEN! 
(z.B. Ah, ja - weil der Erzählende gemeint hat, mit diesen oder jenen Worten oder Gesten angegriffen zu werden - fühlte er sich verletzt und hat sich verteidigt oder zurückgeschlagen oder - oder - oder -). Ist der Erzählende zu Ende, dürfen FRAGEN gestellt werden. - Nur solche, die für das VERSTEHEN wirklich wichtig sind - möglichst kurz - behutsam - und einfühlsam.

ENDE      1.Teil

PAUSE - 
ca. 10 Min.  

 

 Krisen-Forum - 2.Teil
 

nun erzählt der andere (Z)
    (bis max.
ca.30 Min.)

derjenige, der vorher erzählt
   hat (E)
hört und sieht zu
      spürt in Resonanz -
            VERSTEHT !

Es gelten die gleichen Regeln und Grundsätze, wie vorher! 
Und dann auch hier FRAGEN
nur, soweit sie für das VERSTEHEN wirklich wichtig sind.
Keine WARUM-Fragen, sondern nur WER-, WIE-, WAS-Fragen oder IST ES RICHTIG, dass ...  etc.) 
FRAGEN möglichst kurz - behutsam - und einfühlsam!  Bis innerlich spürbar wird: "Ja - ist schon klar. Wenn 'ich' das so gesehen hätte, hätte ich vielleicht ähnlich reagiert. Und wenn auch nicht - ich kann spüren und sagen: Ich verstehe dich!"

ENDE      2.Teil

 

 7. Beide vereinbaren nun Tag und Uhrzeit für die NACHBEREITUNG (frühestens am nächsten Tag, möglichst innerhalb von drei Tagen).
Zeitbedarf: ca. 2 x 15 Min. +  5 Min. Pause  (vgl. Nr.2)
 
 8. Dann wieder zum Alltag übergehen. 
Das Erzählte und Gehörte bleiben TABU!  (vgl. Nr.4)
 
 9. Wiederkäuen!
Das Gehörte (vom anderen Verstandene)  und das selbst Erzählte absitzen lassen und innerlich wiederkäuen, immer wieder innerlich herholen, hineinsteigen, hineinfühlen
und sich (mindestens) 3 neue Möglichkeiten einfallen lassen (Wie würde "ich mich" jetzt verhalten, wenn die gleiche Situation noch mal passieren würde?).
Und die gefundenen 3 neuen Möglichkeiten ordnen in beste, zweitbeste und drittbeste (aus jetziger Sicht - das gute Gefühl ist für die Bewertung entscheidend).
 
10.

Krisen-Forum  -  NACHBEREITUNG

Grundfrage: 
"Wollen wir beide über das Miteinander-darüber-reden bessere Handlungs- und Verhaltensweisen herausfinden? Zwar jeder für sich - aber doch im Austausch bzw. im gegenseitigen Sich-unterstützen?"
 
Wenn
  NEIN
dann ist das aktuelle Krisen-Forum damit abgeschlossen.

Bleibt nur noch zu bedenken, dass das, was nicht bewusst gemacht und dann aktiv verändert wird (durch Lernen und Trainieren von besseren Möglichkeiten), sich in gleicher oder ähnlicher Weise wiederholen wird.
Nichts haftet so ausdauernd und zäh, wie Gewohntes. - Es wurde irgendwann, in der Kindheit oder auch später, so übernommen und trainiert, egal aus welchen Gründen im einzelnen. Es wurde also "gelernt".
In gleicher Weise lassen sich nun auch neue  Möglichkeiten finden und dazu-lernen (festlegen und trainieren!), die für die aktuelle Situation besser geeignet erscheinen. Sie können dann das bisherige Verhalten ergänzen und erweitern.

Bleibt es beim NEIN, sich gegenseitig bedanken - und dann darf der Alltag fröhlich, beschwingt, heiter und achtsam weitergehen.
 
Wenn
  JA
bieten sich verschiedene Wege an.
Auf einige soll hier näher eingegangen werden:
 

Ein Beispiel vorneweg:  
Ich bin eingeladen und bekomme ein Essen vorgesetzt, das der Gastgeber sich ausgedacht und zubereitet hat. In bester Absicht!
Nun sind in diesem Essen Bestandteile, die mir widerstreben. Das wird für den Gastgeber natürlich sichtbar. - Für alle Beteiligten ist es unangenehm. Aber - es lässt sich etwas daraus machen!

Der Gastgeber kann nun enttäuscht und verärgert reagieren, mit der Folge, dass er mich künftig nicht mehr oder nur noch seltener einladen wird. Ansonsten kümmert er sich nicht um meine Bedürfnisse.

Oder er kann verständnisvoll bedauern, dass das Essen für mich nicht geeignet war und nachfragen "Würde dir dann dieses .. und vielleicht auch jenes .. schmecken?" und planen, bei künftigen Kontakten etwas zuzubereiten, wovon er nun weiß, dass ich es auch essen mag. (EIGENE Möglichkeiten anbieten)

Oder er könnte mich fragen: "Was magst du besonders gerne? Und was magst du nicht?" Jetzt könnte ich von mir aus z.B. anbieten: "Also Fleisch, Wurst und Fisch mag ich nicht, aber Salate, Gemüse, Kartoffel und Nudeln esse ich für mein Leben gerne, besonders, wenn frisch zubereitet. (DEINE Möglichkeiten nachfragen)

 

JA zu Lösungsmöglichkeiten  -  1. Variante

  "Wie würdest du reagieren, wenn ICH ... ?"
Hier spielen sich beide - wechselweise - nacheinander die 3 beim Wiederkäuen gefundenen eigenen Möglichkeiten (Nr.9) vor und fragen einzeln beim Gegenüber nach, wie das nun angekommen wäre. 
So lässt sich überprüfen, ob und wie gut die wirklich gewünschten Wirkungen erreicht hätten werden können. 
2 x bis max. ca.15 Minuten + 5 Min. Pause vor dem Wechsel.

Keine weiteren Fragen - 
kein weiteres Hin und Her zum Konflikt-Thema!

 

JA zu Lösungsmöglichkeiten  -  2. Variante

  "Wie hättest DU es besser verstehen und nehmen können?"
Hier kann der Gefragte seine Ideen anbieten (und er weiß für sich wohl am besten, was er braucht und sich wünscht, um gut dabei bleiben zu können): "Wenn du es so .. gesagt/gemacht/.. hättest, hätte ich das gut nehmen und weiter mitspielen können!"
2 x bis max. ca.15 Minuten + 5 Min. Pause vor dem Wechsel.

Keine weiteren Fragen - 
kein weiteres Hin und Her zum Konflikt-Thema!

Hier zeigen sich Möglichkeiten, wie das Gegenüber besonders sicher erreicht werden kann.
Das muss natürlich nicht genau so übernommen oder gemacht werden. Aber es verdeutlicht, auf welche Besonderheiten künftig verstärkt geachtet werden kann, um gute (bessere) gemeinsame Ergebnisse zu erreichen. 

 

JA zu Lösungsmöglichkeiten  -  3. Variante

 "Wenn die 1.Variante nichts bringt, dann die 2.Variante!" 
Sind unter den selbst entdeckten Möglichkeiten auch solche, die vom Gegenüber als gut und wertvoll bestätigt werden, dann hat es dabei sein Bewenden. - Erreichen dagegen alle drei eigenen Möglichkeiten keine besonders gute Resonanz, dann (erst und nur dann!) sollte die 2.Variante dazukommen und das Du geeignete Möglichkeiten beisteuern. 

Keine weiteren Fragen - 
kein weiteres Hin und Her zum Konflikt-Thema!

 

JA zu Lösungsmöglichkeiten  -  4. Variante

  1.Variante + 2.Variante  -  nacheinander. 
Ohne Rücksicht darauf, ob bereits über die 1.Variante gute Ideen zutage gefördert wurden. In jedem Fall folgt dann auch noch die 2.Variante.
So lassen sich Ich-Ideen und Du-Vorstellungen zu ganz neuen, bisher vielleicht noch nie da gewesenen Möglichkeiten verbinden. 
Noch mehr Anregungen für die je eigene Kreativität!

Keine weiteren Fragen - 
kein weiteres Hin und Her zum Konflikt-Thema!

 

11. Sich gegenseitig bedanken - 
und dann darf der Alltag fröhlich, beschwingt, heiter und achtsam weitergehen.

Neugierig sein, wie's weitergeht, ob und was sich verändert.
Und das LOBEN und ANERKENNEN bitte nie vergessen!

 

Viele neue Möglichkeiten -
ganz abgesehen von den Anregungen, die sich im Zuge des inneren Wiederkäuens für jeden zusätzlich ergeben!

 

Ein gemeinsamer Weg - 
wieder hin zum gemeinsamen Lachen !

 

 

 

Krisen-Forum

 

Kurzfassung

ZIEL: "Verstehen und verstanden werden" + neue Möglichkeiten finden (weil ähnliche Situationen auch in der Zukunft wieder auftauchen werden).
Das KRISEN-FORUM bietet einen "geschützten Raum", in dem keiner von beiden neu angreifen oder sich verteidigen muss. Jeder darf so sein, wie er ist, sein Erleben so zeigen, wie "er" erlebt hat! - Und jeder darf wissen, dass sein Fühlen und Reagieren aus "seiner" Sicht in diesem Moment zweifellos "sein" bestmögliches - und so auch völlig in Ordnung war. 
Und gleichzeitig darf auch jeder wissen, dass er seine Sicht, sein Umgehen mit Inhalten und sein Verhalten verändern darf, so dass es ihm und seinem Partner mit ihm künftig in einer ähnlichen Situation besser geht, dass es neue Möglichkeiten gibt, wenn VERSTEHEN da ist. 

 1. STOPP! - BITTE HALT! - 
Vorschlag zur Konfliktlösung mit dem KRISEN-FORUM.
Wer es als erster merkt, unterbricht den Streit und macht so einen konstruktiven Lösungsvorschlag  (weil wir uns mögen!).
 
 2. Zeit vereinbaren (Tag und Uhrzeit) - wenn möglich schon am nächsten Tag - Zeitbedarf:  max. 2 x 30 Min. + Pause 10 Min.
 
 3. Auseinander! - Jeder für sich - mindestens 1/2 St.
 
 4. Zum Alltag übergehen. - Für gemeinsame Freude sorgen!!
Jetzt ist eine Lösung "in Sicht". Streit-Thema ist TABU.
 
 5. Wiederkäuen! - 
Was ist passiert - bei mir? Welche Gefühle sind entstanden, welche
Eindrücke? - Was habe ich gehört - gesehen - gedacht - gefühlt ?
 
 6.  KRISEN-FORUM
- einer erzählt - der andere hört und sieht zu, spürt, VERSTEHT -
   max.  ca.30 Min. -
Fragen nur zum VERSTEHEN - kurz (kein
   Bewerten
des Inhaltes, kein Beurteilen!). - Pause ca. 10 Min.
- der andere (Z) erzählt - der eine (E) hört und sieht zu, spürt 
   und VERSTEHT, max. ca.30 Min. - 

   Fragen nur zum VERSTEHEN - kurz.
 
 
 7.  Zeit vereinbaren (Tag und Uhrzeit) für NACHBEREITUNG. - 
  Wenn möglich, innerhalb der nächsten 1-3 Tage
  Zeitbedarf:  insgesamt
ca. 1/2 St. + 5 Min. Pause
 
 8. Zum Alltag übergehen. - Das Erzählte und Gehörte bleibt bis zur Nachbereitung TABU.
 
 9. Wiederkäuen! - Und sich 3 neue Möglichkeiten für das eigene Handeln / Verhalten überlegen - unter Berücksichtigung des Gehörten + Erzählten.
 
10. NACHBEREITUNG
wechselweise erzählen und die Wirkungen beim Gegenüber nachfragen:
- 1.Variante  -  EIGENE 3 Möglichkeiten
- 2.Variante  -  DEINE Möglichkeiten
- 3.Variante  -  Wenn EIGENE Minus - nur und erst dann DEINE
- 4.Variante  -  in jedem Fall: 1.Variante + 2.Variante
- vor dem Wechsel
Pause - ca. 5 Min.
 
11. Ende!
Gegenseitig bedanken!
Streit-Thema, Gehörtes und Erzähltes bleibt TABU. 
So stehen und wirken lassen!

Zu den Wirkungen und Folgen: 
         "Loben und Anerkennen" bitte nie vergessen!!

 VIEL  FREUDE  BEIM  PROBIEREN!

 

vorgestellt ab 20.06.12  (09.07)    Krisen werden spürbar in Form von eigenem Kummer, Schmerz, Ärger. Wut, Enttäuschung usw. - Es melden sich also starke Gefühle, die negativ, also belastend wirken. Sie wollen sagen: "Mir fehlt etwas! Ich habe im Moment ein Bedürfnis, das sehr hungrig ist!"  Es ist verführerisch (einfach), das Gegenüber dafür verantwortlich zu machen. So entsteht Streit, weil das Du in aller Regel nicht verletzten wollte. - Das Krisen-Forum bietet eine spielerische Lösungsmöglichkeit an, mit der beide Verständnis gewinnen und zusammenhelfen können. So entsteht das beglückende Gefühl, gemeinsam und dabei doch jeder für sich Neues für das Miteinander entdeckt zu haben! - Jeder darf sich wachsend verändern und weiter entwickeln, so wie es für ihn stimmt. Und doch sind die Gewinner: Ich, Du und die Beziehung.

siehe auch:    ALLTAG / Aufpassen     ALLTAG / Gewaltfreie Kommunikation     ALLTAG / Krisen  
                     ALLTAG / Zwiegespräche    

                     MOSAIK / Freude         MOSAIK / Konflikt-Ritual    

  

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Begegnungen

 
Freude für dich!

 
Kl.Sammlung

      

Partnerschaft 

Überraschungs-Ei

Wilde Blumen

 

© Copyright:    Gerhard Salger, 81377 München                            
 
    Email: g_salger[ät]alltagalschance.de      Internet:  www.abcgs.de 
 
(So kann die Email-Adresse im Internett nicht mehr automatisch ausgelesen werden.)