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Partnerschaft 

Wie geht das ? - 08

  

Die verliebten Autos

 

zwei Autos

 

Wir sehen zwei Autos, ein weinrotes, das heißt Top und ein knallrotes, das heißt Wolke. Diese beiden treffen sich in Zauberstadt bei einem Auto-Tanz-Fest - und verlieben sich ineinander.

Top ist ein schönes Auto! Noch ziemlich neu, gepflegter Zustand, gute Reifen, wenige Kilometer - und dementsprechend eitel.
Wolke
, knallrot, ist schon ziemlich älter, teilweise verbeult und hat schon viele Roststellen. Der Lack ist blind und Chromteile sind Rostteile geworden. Der Innenraum ist staubig und die Polster sind vereinzelt löcherig. Und Wolke kann ganz schön stinken - er ist nämlich ein Diesel.

Beide verlieben sich also ineinander und turteln eine ganze Weile miteinander.

Nach einer guten Zeit müssen sie in ihrem Autoleben weiterfahren - und zwar jeder in seine Richtung. Als sie da nach einer Weile kritisch hinschauen, finden sie heraus, dass sie in jeweils ganz verschiedenen Richtungen fahren, fast entgegengesetzt. So sind sie werkseitig eingestellt worden.

Und so fahren sie - und fahren sie - immer weiter - "auseinander".
Immer wieder träumen sie sich zurück nach Zauberstadt und sind dann für kurze Zeit wieder beisammen und recht glücklich.

Doch - sie wollen nicht nur Traum-Augenblicke beisammen sein, sondern zusammen in eine gemeinsame Richtung fahren - das würde Spaß machen, denken sie sich - und so könnte der Traum dann auch wirklich gelebt werden.

Und bei einem ihrer immer seltener werden Treffen in Traumstadt sagt Wolke zu Top: "Wir müssen die Richtung ändern - sonst kommen wir nie zusammen!" - Und er ruckelt und reiß am Lenkrad. Und als er sich ganz heftig, fast ohnmächtig vor Zorn, in die Speichen des Lenkrade stürzt, da gibt es einen Knacks - und einen Ruck - und die Richtung verändert sich - ganz wenig, aber immerhin.

Nun will Wolke mehr - und findet bei genauerer Untersuchung heraus, dass die Lenksäule mit vielen eisernen Dornen gespickt ist, die ein Bewegen des Lenkrade und damit eine Richtungsänderung verhindern oder - auch wenn man das herausfindet - zumindest recht erschweren.
"Diese Dornen an den Lenksäulen werden offensichtlich eingebaut, um die Autos zu zwingen, immer in der programmierten Richtung zu fahren," murmelt Wolke, "aber - wir werden sehen: Ich habe ein voll funktionsfähiges Lenkrad und eine voll funktionsfähige Lenkung - und ich will auch 'selber' lenken können - und meine Fahrtrichtung 'selbst' bestimmen!"
Er will ja mit Top zusammen fahren.

Und so erzählt er ganz aufgeregt und froh Top die herausgefundenen Möglichkeiten. Doch Top will von alledem nichts wissen: "Wenn ich schon fabrikseitig so programmiert bin, dass ich nur geradeaus fahren kann, dann tue ich das auch! Sonst mache ich ja einen Teil von mir kaputt - und die Dornen an der Lenksäule sind auch ein Teil von mir!"

"Aber," erwidert Wolke, "wenn du die Dornen ausbrichst, dann gewinnst du dazu! Du kannst dann deine eigene Lenkung benützen und deine Richtung selbst bestimmen!"

So streiten sie - und fahren weiter - jeder in seiner Richtung - so, wie es eben gerade möglich ist.

Da kommt Top an einem alten, verbeulten Abschleppwagen vorbei. 

Der ist alt und erfahren, denkt sie - den will ich mal um seine Meinung fragen. Und so fragt sie - wie das denn sei, mit den Dornen an der Lenksäule. 
Gleichzeitig erzählt sie schimpfend: "Wolke sagt, er würde mich lieb haben - und dann verlangt er von mir, ich solle meine Richtung verändern. Das ist doch unmöglich! Der liebt mich doch überhaupt nicht, sonst würde er so was von mir nicht verlangen! Ich bin ihm also so, wie ich bin, mit meinen Fähigkeiten, nur geradeaus fahren zu können, nicht gut genug!"

Und der Abschleppwagen, mit seinem runzeligen Äußeren, schaut Top nachsichtig an und fragt: "Was willst du denn nun eigentlich? Möchtest du mit Wolke in eine gemeinsame Richtung fahren - welche auch immer?"

"Ja natürlich," schreit Top, " ich liebe ihn ja!"

"Und wie soll das gehen," fragt der Abschleppwagen wieder, "wenn du nur in die Richtung fahren kannst, die dir vorgegeben wurde?"

"Aber ich kann die Dornen nicht ausbrechen!", heult Top. - "Ich habe Angst davor, dass ich dann vielleicht nicht mehr so viel wert bin! - Und außerdem habe ich mit meiner eigenen Lenkung noch keine Erfahrung! - 
Ich weiß überhaupt nicht, was ich da machen und wohin ich lenken soll! 
Außerdem will ich so geliebt werden, wie ich bin! - 
Und dann kann ich auch so weiterfahren, wie ich fahre!"

Behutsam nimmt der Abschleppwagen das Kinn der verheulten Top in die Hand und sagt: "Das - meine lieber Top-Trotzkopf - das geht nicht!"

Und sofort fängt Top wieder an zu heulen und zu schreien: "Da bin ich aber traurig - und so kann ich nicht mehr ordentlich fahren - und ..... - !"

"Schhhhhhh!", sagt der Abschleppwagen. "So ein schickes Auto - und so ein Trotzkopf! - Du bist auch noch schön, wenn du trotzig bist! - Aber - jetzt verrate ich dir ein Geheimnis: Die Dornen an den Lenksäulen werden eingebaut, damit die Autos immer nur geradeaus fahren können. Diejenigen, die die Autos zusammenbauen, meinen, dass das gut so ist. Und sie tun aus ihrer Sicht bestimmt ihr Bestes! - Aber - 'Auto sein' heißt nicht nur fahren, stumpfsinnig und geradeaus, so wie andere das programmiert haben, sondern auch lenken, 'selber lenken' ! Dafür hast du ja auch eine voll funktionsfähige eigene Lenkung mitbekommen! - Nur wenn du die Mühe auf dich nimmst und Dorn für Dorn herausbrichst - und das ist streckenweise mühsam und schweißtreibend und macht vielleicht sogar auch noch zusätzlich Angst - dann wirst du immer mehr lenken und 'deine Richtung' selbst finden und bestimmen können - bis schließlich - und das ist möglich - dich kein Dorn mehr an 'deiner freien Entfaltung' hindert. 
Frei - und selbst-bestimmt! - Eigenständig (auf deinen eigenen vier Rädern stehend und damit 'deine' Richtung lenkend) und selbst-verantwortlich - und damit erwachsen! - Verstehst du mich? "

"Aber Wolke liebt mich nicht, wenn er mich nicht so lässt, wie ich bin!" - mault Top.

Und der Abschleppwagen hat ein freundliches und verständnisvolles Lächeln in den Augen. Er gibt Top einen Klaps und sagt schmunzelnd: " Trotzkopf! - Auch du darfst dich verändern! "

"Das will ich aber nicht!" - mault Top dazwischen.

Der Abschleppwagen macht eine unterbrechende Handbewegung und spricht weiter: "Du darfst dich zu deinen Gunsten verändern! - So, dass es dir dabei besser und besser geht! - Und nicht nur du wirst es beglückt spüren, sondern auch die anderen, um dich herum - und alles, was dich umgibt! - Du darfst dich also verändern! - Wenn du magst! - Niemand zwingt dich, es zu tun - niemand hindert dich, es zu tun!
Eigentlich heißt es nur: Du darfst dafür sorgen, dass es dir immer besser geht und du dich selbst immer wohler fühlst - alleine, mit deinem Partner und mit anderen zusammen!
Möchtest du mit Wolke zu einer gemeinsamen Richtung kommen? "

"Ja natürlich!", sagt Top.

"Und, ginge es dir dann besser?"  fragt der Abschleppwagen weiter.

"Ja, ich glaube schon!" - antwortet Top.

Und während der Abschleppwagen Top leicht in die Seite knufft, sagt er  - mit nachdrücklicher und leicht erhobener Stimme : "Dann ans Werk! - Du darfst dafür sorgen, dass es dir immer besser geht und du dich immer besser fühlst!

Und gemeinsame Richtung kann sehr spannend und lebendig sein! Ihr könnt nebeneinander - und hintereinander - und in verschiedenen Abständen fahren - und Bögen, mal links herum, mal rechts herum machen - und dann könnt ihr häufiger zusammentreffen - oder auch seltener - usw. - usw.- usw.!

Gemeinsame Richtung ist also spannend, lebendig und individuell - und doch aufeinander bezogen. Und das genau ist das Beglückende! - 
Also:
Trau dich!"

Und so macht sich Top  brummend wieder auf den Weg, unsicher, weil sie nicht genau weiß, wie das nun genau gehen soll, aber bereit, es zu probieren. 

 

vorgestellt ab 10.02.12  (10.04.09, 04.03.07)   Eine kleine Geschichte über Verliebte und deren wunderbaren Schwebezustand. Aber die Geschichte erzählt auch von Tücken und Chancen. - Man möchte es ja gar nicht glauben, was zwei verliebten Autos so passieren kann! 

siehe auch:   ALLTAG / Verliebt       http://www.alltagalschance.de/

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